GedankenBilder Edith Tries

Helga F.:
Einfach klasse Foto!
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Helga F.:
Hallo liebe Edith,sehr schöne Fotos von Deine
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Maria:
Was für ein tolles Bild!Vielen Dank für die g
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Maria:
Dass sich manche Vögel über ausgebreitet Flüg
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Elisabeth:
Hallo, die Füchse scheinen in diesem Jahr zut
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Maria:
Das sind ja wieder tolle Tierbilder. Bei euch
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Agnes:
Da haben wir etwas gemeinsam liebe Edith, ich
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Gabriela :
Welch traumhaft schöne Bilder und damit nachv
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Maria:
Das ist ein tolles Foto.Ich habe wirklich ged
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Die Quallen hast Du aber super fotografiert.I
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Rügen, Reisebericht 3 - Prora 2



Nun doch mit etwas Verzögerung erscheint Teil 2 über Prora.

Hier zu sehen ist einer der fertigen Abschnitte der Komplettsanierung.
Die Balkone sind zur Ostsee ausgerichtet und ich meine, die Anlage sieht
in renoviertem Zustand richtig gut aus:






In einer Unterhaltung mit Einheimischen war ich der Meinung, dass man einen Teil
der Anlage so belassen sollte, wie sie seit Jahrzehnten dort steht.
Damit bin ich auf keine Gegenliebe gestoßen. Einen Trakt im Ur-Zustand zu belassen
würde doch heißen, den Nazis ein Denkmal zu setzen.

Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen, denn Fotos können
nicht vermitteln, wie groß und hässlich dieser Koloss war, der den
Menschen "Kraft durch Freude" bringen sollte.
Ich würde solch einen ursprünglichen Restbestand nicht als Nazi-Denkmal ansehen,
sondern als Teil der Geschichte und als ein Zeugnis für den Größenwahn der Nazis.


Zum Glück gibt es aber neben allen Neuerungen auch ein Museum, in welchem
 Prora- wie auch DDR-Geschichte vermittelt wird:






Auf einem Mauerrest führt ein Tor ins Nichts:







Ein Graffito der schöneren Art: Sonne und Meer






Ein Graffito hat mich sehr geärgert, darum habe ich es auch nicht fotografiert.
Es lautet:
"Tourists are terrorists"

Ich frage mich, ob die Sprayer mal darüber nachgedacht haben,
dass Rügen von Touristen lebt?
Und dass die vermutlich einheimischen "Schreiber" nach der Wende wohl auch
irgendwo als Touristen unterwegs sind?

Sicher hat das alles zwei Seiten - aber ist das nicht immer und überall so?!

------------


Dieser trockene Baum vor der Mauer, dahinter die See -
das hat mir gut gefallen:







... und der Blick durch die Dünen sowieso:







Alle, die es wissen, dürfen mich jetzt mal belehren:

ich habe immer von "Seeblick" gesprochen, weil die Ostsee eben Ost"see" heißt
Von Einheimischen haben wir "See" wie auch "Meer" gehört.

Was, bitteschön, ist denn jetzt richtig?


Nickname 18.08.2016, 11.51

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Kommentare zu diesem Beitrag

5. von Klaus Wehmeier

Moin! Sehr interessant und spannend , sich hier durchzulesen. Ich verbringe dieses Jahr meinen Sommerurlaub auf Rügen in Glowe in einem Ferienhaus und habe schon vor längerer Zeit einen Tag vorgeschaltet: 1 x in Prora übernachten; wir haben eine Suite im Dormero gebucht. Das Ganze werde ich mit gemischten Gefühlen angehen; immer in dem Bewusstsein, dass ich für diesen einen Tag deutsche Geschichte für mich erlebbar- teilweise evtl. nachvollziehbar mache. Ich war bereits kurz nach der Wiedervereinigung einige Male auf Rügen, allerdings immer beruflich und hatte somit äußerst wenig Zeit, mich um Geschichte, Kultur, Sehenswürdigkeiten zu kümmern. Leider! Das wird nun in den 3 Wochen Urlaub nachgeholt! Ich erinnere mich, was Prora betrifft, nur daran, dass ich kilometerlang, ganz alleine auf der Straße, an grauen, teilweise halbzerfallenen Gebäudekomplexen langgefahren bin, die einfach kein Ende nahmen......Gruselig!
Ein Glück X auf aussem Pott,
Klaus

vom 24.03.2019, 17.05
Antwort von Nickname:

Tach Klaus  
Ich vermute, vom Prora der früheren Zeit wird nicht mehr viel wiederzufinden sein nach all den Jahren.
Mein Bericht liegt jetzt ja auch schon 2 Jahre zurück.
Die ursprüngliche Anlage fand ich ser bedrückend und ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Ort mit den schrecklich langen, düsteren Gebäuden der Erholung dienen konnte.
Aber wahrscheinlich waren die DDR-Bürger, die dorthin durften, froh darüber, an der See zu sein und einige Freiheiten zu haben.
Rügen hat sich seit der Wende in vielen Teilen verändert, bei Weitem nicht immer zum Vorteil.
Alleen wurden abgeholzt und es wurde sehr viel gebaut.
Schön ist es dort trotzdem noch und die Insel hat viele unterschiedliche Gebietsarten / -formen.
Es gibt also viel zu sehen und eine noch immer schöne Natur.
Ich wünsche Dir einen schönen und eindrucksvollen Sommerurlaub bei hoffentlich gutem Wetter!
Viele Grüße in den Pott - wo auch immer dort ...

4. von Gerti Kurth

Ich kenne Prora auch. Im Verhältnis zu meinem damaligen Besuch sieht der Klotz heute viel besser aus. Damals war es ein Riesengraublock. Hässlich.
Was den Ausdruck "Meer oder See" angeht, so sagen die Holländer auch zum Meer See und zum See sagen sie Meer. Interessant, nicht wahr?

vom 18.11.2016, 15.49
Antwort von Nickname:

Diese hässlichen, grauen Klötze fand ich damals sehr deprimierend. Dass sich jetzt aber nur gutbetuchte Menschen dort niederlassen können, gefällt mir auch nicht wirklich. Das zieht vermutlich auch Investoren an und das Heimische verschwindet nach und nach.
3. von Agnes

Danke für diesen zweiten Teil von Prora.

Der Meinung der Einheimischen, dass mit dem Erhalt eines Teils der Bauten im Urstand den Nazis ein Denkmal gesetzt würde, kann ich mich nicht anschließen.

Dann müßten viele Gebäude entfernt werden, u. a. sollten dann auch die Konzentrationslager des Deutschen Reichs schnellstens dem Erdboden gleich machen.
Für uns ist ein KZ sicher kein Denkmal aber es gibt auch Menschen die anders denken, und die sehen in einem KZ unter Umständen auch nicht das in den Gedenkstätten, was darin gesehen werden sollte.
Und Prora wäre für mich auch kein Denkmal für die Nazis.

Aber zurück zum neuen Prora, viel Ähnlichkeit haben die renovierten Gebäude ja nicht mehr mit dem ursprünglichen häßlichen Gebäudekloß, und durch die Balkone hat es eigentlich nichts mehr mit dem ursprünglichen Baustil zu tun.

Ich bin sehr gespalten was richtig ist, aber das schrieb ich ja beim letzten Beitrag schon.

vom 30.08.2016, 22.25
Antwort von Nickname:

Ich bin auch zwiespältig, Agnes.
Im Hinblick auf die Optik ist das neue Prora natürlich sehr viel schöner als diese hässlichen, alten Klötze dort.
Allerdings fördert der Umbau zu Eigentumswohnungen (zur FeWo-Vermietung?) auch den Massentourismus auf dieser ursprünglich so natürlichen Insel.
Dies ist aber wohl überall zu beobachten, wo es schön ist und die Urlauber hinzieht.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wieviel Luxus ich als Tourist eigentlich brauche?!
Wir selber sind mit unserem normalen Wohnstandard zufrieden - auch im Urlaub.
Andere brauchen da vielleicht mehr ...?
2. von elfi s.

Dein Bericht, liebe Edith, ist sehr informativ. Vor einigen Jahren haben wir uns dieses Objekt angesehen, als man noch nicht recht wusste, was damit geschehen soll. Man ist ergriffen, überwältigt und sprachlos zugleich. Ich fand das Ausmaß dieses Objektes teilweise erdrückend. Irgendwie hatte ich Gänsehaut. Alles abzureißen gestaltet sich wohl ziemlich schwierig, wie man an den Ruinen sehen kann. Diese sollten ja gesprengt werden. Das Vorhaben hat man aber schnell aufgegeben.
Ich finde auch, man sollte etwas Sinnvolles daraus machen. Wohnen möchte ich da allerdings auch nicht, obwohl die Lage einzigartig ist und wie du schon sagst, sehen die restaurierten Häuser ganz nett aus.
Deine beiden letzten Fotos sind aber wirklich schöne Ostseefotos.
Was nun richtig ist, ob See- oder Meerblick kann ich auch nicht sagen. Ich würde beides akzeptieren.
LG Elfi

vom 28.08.2016, 22.10
Antwort von Nickname:

Diese Anlage haben wir einige Jahre nach der Wende angesehen und empfanden sie auch als sehr bedrückend.
Wir würden uns da auch keine Wohnung kaufen - mal abgesehen vom Preis. Ich würde mich da nicht wohlfühlen.
LG an Dich.
1. von Zitante Christa

Das ist wieder ein interessanter Reisebericht, liebe Edith.

Zum Thema "Tourists are terrorists" fällt mir ein, daß diese Insel ja ein sehr empfindliches Ökosystem hat, das von vielen Besuchern mißachtet wird. Möglicherweise ist das die Aussage hinter dem Graffiti?

Ich weiß, daß auch Klaus Ender sehr für das Belassen der Natur auf der Insel kämpft, das schließt sicherlich auch die weitere Bebauung von Küstenlandschaften ein. Dazu gehört sicherlich auch Prora, denn einige möchten die Wohnungen eben auch nur als Feriendomizil, eventuell sogar nicht nur zur Eigennutzung, sondern auch zur Vermietung anbieten...

Was Deine Frage zu Ostsee oder Ostmeer anbetrifft: Für mich ist die Ostsee ein Meer, das (zufälligerweise?) See heißt...

Liebe Grüße,
Christa


vom 25.08.2016, 19.50
Antwort von Nickname:

Aufgrund Deines Kommentares überlege ich gerade, ob das eine Katze ist, die sich in den Schwanz beißt?
Die Touristen kommen, die Politiker bzw. Gemeinden wollen alle ein Stück des Kuchens (Teil des Geldes) abhaben, es wird gebaut, mehr gebaut, abgeholzt, die Natur stellenweise verschandelt.
Je mehr gebaut wird, desto mehr Käufer werden angezogen - usw. usw.

Danke für die Einschätzung zu See/Meer.
Da es sich nicht um einen Binnensee handelt, ist es sicher ein Meer.
Mir fällt gerade noch ein, dass der Begriff "See" im Zusammenhang mit dem Meer ja auch vom englischen "sea" abgeleitet sein könnte?
Liebe Grüße an Dich!